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Die Gründungsjahre des AEK

von Seff Heil

Begonnen hat die AEK-Tätigkeit bereits im Jahre 1975 mit einer Egerländer Mundartdichtertagung. Die eigentliche Gründung erfolgte erst einige Jahre später. Die Idee zu dieser ersten Begegnung entstand bereits 1974 bei der Bundeskulturtagung des Bundes der Eghalanda Gmoin e.V. in Marktredwitz. Albert Reich, Willi Starck, Dr. Josef Suchy, Alfred Görgl und unser Nestor Otto Zerlik wollten die im Jahre 1931 von Adolf Horner in Falkenau begonnene Tradition eines Egerländer Mundartdichtertreffens fortsetzen. Doch nach dem ersten Treffen 1975 war man sich einig, dass die Beschränkung dieses Arbeitskreises nur auf die Mundartdichtung nicht dem gesamten Egerländer Kulturauftrag gerecht wurde.

Und so lud man zu den nächsten Zusammenkünften auch die schriftdeutsch Schreibenden, die Bildenden Künstler und die Musiker ein. So entstand eine kulturelle Arbeitsgruppe nach der anderen. Man suchte einen Namen und entschied sich für Dr. Suchy`s Vorschlag: "Arbeitskreis Egerländer Kulturschaffender", kurz AEK genannt. Dr. Josef Suchy brachte auf Wunsch Otto Zerlik`s eine Informationsschrift heraus, den "Egerländer Zeitungsdienst" (EZD).

Bis jetzt liefen die Veranstaltungen alle noch unter dem Dach und der Regie von führenden Mitgliedern des Bundesvorstandes des BdEG. Das brachte auch manche Schwierigkeiten, vor allem in der Finanzierung, da die Einwilligung des Bundesvorstandes des BDEG für größere Maßnahmen notwendig war. Kurzfristige Vorhaben konnten deshalb nicht durchgeführt werden. So entschloss man sich, den AEK als eigenständigen Verein registrieren zu lassen.

Zu einer Vorbesprechung trafen sich am 20./21. März 1982 im Haus der Heimat in Stuttgart, auf Einladung von Albert Reich, die Vettern Dr. Josef Suchy, Seff Heil, Willi Starck, Otto Zerlik und Gerald Güntner. Es wurde dort beschlossen, den AEK als Verein anzumelden. Als Gründungsmitglieder wurden vorgeschlagen:


Alfred Görgl, Seff Heil, Albert Reich, Willi Starck, Dr. Josef Suchy und Otto Zerlik. Zur Mitgründung wurden ehrenhalber benannt: MdB Dr. Erich Riedl, Dr. Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit und Dipl. Ing. Albert Karl Simon.

In die Vorstandschaft wurden berufen:

Vorsitzender: Albert Reich, stellv. Vorsitzende Seff Heil und Willi Starck
Schatzmeister: Seff Heil, Schriftführer Willi Starck
Beisitzer: Dr. Alfred Görgl, Dr. Josef Suchy, Otto Zerlik


De facto hat diese Vorstandschaft schon seit Jahren bestanden, aber nun sollte sie mit dem AEK vereinsrechtlich auch registriert werden.

Meine Tätigkeit als Schatzmeister des AEK hat schon bei der 2. Begegnung im Jahre 1976 begonnen. Dr. Josef Suchy hat bei dieser Veranstaltung spontan zu einer Sammlung aufgerufen und mit diesem Spendeneingang begann meine "Karriere" als Schatzmeister des AEK. Hätte ich damals schon gewusst, wie viel Arbeit auf mich zukommen wurde, hätte ich sicher ... nein ich hätte es trotzdem gemacht, denn es ging ja darum, etwas Neues, gutes in die Wege zu leiten. Erst nach 19 Jahren aufreibender Schatzmeistertätigkeit konnte ich 1995 dieses wichtige Amt mit einem guten finanziellen Polster in jüngere Hände übergeben. Diese Übergabe war längst schon überfällig geworden, da ich ja inzwischen im Jahre 1989 die Ehre und Verantwortung aber auch die Bürde des Amtes des Bundesvüarstäihas des BdEG übernommen hatte, die nun durch die Grenzöffnung einen enorm größeren Aufgabenbereich und Arbeitsaufwand mit sich brachte. Die Finanzierung und Abrechnungen der vielen jährlichen Veranstaltungen des AEK erforderten in der Antragstellung bei den Zuschussgebern, in der Durchführung und in der Abrechnung so viel Zeit, dass es unverantwortlich wurde, dieses Amt weiterzuführen.

Die Beschlüsse die im März 1982 im Haus der Heimat in Stuttgart gefasst worden waren mussten nun in die Tat umgesetzt werden. Bei der AEK-Begegnung im Herbst 1982 beschlossen die Mitglieder die Gründung des Vereins AEK und beauftragten den Vorstand mit der Durchführung. Eine inzwischen vorbereitete Satzung wurde genehmigt.

Um die nachfolgend eingegangenen Satzungsänderungsvorschläge und Ergänzungen beschließen zu können, war es notwendig geworden eine weitere, außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen und zwar am 20./21. Februar 1983 im Haus der Heimat in Stuttgart. Nach gründlicher Aussprache und erneuten Vorschlägen wurde nun die geänderte Satzung einstimmig genehmigt und der Vorstand gebildet.


Konstituierende Sitzung des AEK-Vorstandes

Am 1. Mai 1983 trafen sich die Vorstandsmitglieder im Hotel Rosenau in Würzburg zu ihrer konstituierenden Sitzung. Anwesend waren: Albert Reich, Dr. Josef Suchy, Otto Zerlik, Seff Heil, Willi Starck, Dr. Josef Weinmann, Dr. Reinhard Worschech, Prof. Dr. Boehm, Prof. Hanslicek, Wilhelm Hager, Franz Wittmann und OSTR. Erhard Nowak.

Aus heutiger Sicht kann man feststellen, daß in dieser Sitzung bereits für Jahre hinaus Zielvorstellungen angeregt wurden, die zu einem großen Teil auch verwirklicht werden konnten, wenn auch nicht immer nur im engeren, Egerländer Sinn. Ich nenne hier nur einige Beispiele:

Angeregt wurde die Schaffung einer Planstelle für die Erforschung Egerländer Volksmusik Diese Anregung führte zur Einrichtung des Sudetendeutschen Musikinstitutes in Regensburg.

Angeregt wurde die Schaffung eines Egerländer Weilers im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen. Dieser Weiler wurde errichtet unter dem Begriff: Nördliche Oberpfalz, Stiftland. Alle Gebäude sind aber im Egerländer Baustil erhalten.

Angeregt wurde die Schaffung eines Egerländer Heimatpflegers. Auch dieser vom AEK bei der Bayerischen Staatsregierung eingebrachte Antrag hatte einen Teilerfolg mit der Einrichtung der "Sudetendeutschen" Heimatpflegerin bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft in München.

Es wurde angeregt, die Herausgabe des Egerländer Biographischen Lexikons durch Dr. Josef Weinmann zu vollziehen.  Band 1 ist 1985 und Band 2 1987 erschienen. Band 3 in Vorbereitung.

Das Egerlandbuch (Anthologie) soll möglichst bald in Druck gehen.
1984 im Langen-Müller Verlag erschienen: Autoren: Dr. Josef Suchy. Dr. Alfred Görgl und Otto Zerlik+.

Ein Egerländer Kulturpreis soll geschaffen werden (mit oder ohne Geldmittel) 1985 die erste Verleihung des Egerländer Kulturpreises „Johannes-von-Tepl“ in Waldsassen, auf Initiative von Albert Reich.

Ein Musikantenbuch soll zusammengestellt werden:
Alt-Egerländer Tänze, Erich Baumann, AEK-Selbstverlag 1985 erschienen.

Von Seff Heil angeregt wurde die Einrichtung eines Egerländer Tonarchivs, das von ihm auch im gleichen Jahr gegründet wurde (Egerland-Kulturhaus und Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg).

Die Veröffentlichung der Brosch-Liederhandschrift. durch den AEK (Herausgeber Seff Heil) im Faksimile-Druck erschienen.

Jährliche Lesungen sollten im neugegründeten Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg durchgeführt werden. Seit 1983 regelmäßige Lesungen des AEK. Eine Egerländer Abteilung wurde im Landratsamt Sulzbach-Rosenberg eingerichtet.

Zusammenfassend kann man sagen, daß dieser konstituierenden Sitzung 1983 in Würzburg in der Geschichte des AEK wohl die größte Bedeutung für die erfolgreiche Arbeit des AEK in den kommenden Jahren zukommt. Bedeutende Persönlichkeiten hatten sich zusammengefunden, um dem AEK ein Aufgabengebiet zuzuteilen, das sehr viel Einsatz und großes Wissen erforderte.

Ohne Übertreibung kann festgestellt werden, daß mit diesen vorgegebenen und vielen weiteren Aufgaben und Leistungen der AEK bewiesen hat, daß seine Gründung wichtig und für die Erhaltung der Egerländer Kunst und Kultur dringend notwendig war.

Die Eintragung als eingeschriebener Verein (e.V.) erfolgte endgültig am 6. Oktober 1983 beim Amtsgericht Stuttgart. Damit war der AEK selbständig geworden und wurde von nun an als förderungswürdig im Sinne der Gemeinnützigkeit anerkannt.